"Friedrich der Schöne und sein Enkel" betitelte Dexel diese Arbeit 1932 (Bild: Städtisches Museum Braunschweig)

Dexels konstruierte Welten

Dexels konstruierte Welten

"Friedrich der Schöne und sein Enkel" betitelte Dexel diese Arbeit 1932 (Bild: Städtisches Museum Braunschweig)
„Friedrich der Schöne und sein Enkel“ betitelte Dexel diese Arbeit 1932 (Bild: Städtisches Museum Braunschweig)

„Der Mensch von heute […] kann verlangen, daß ihm die Fülle nicht gewünschter Mitteilung, worunter die Reklame in fast allen ihren Spielarten fallen dürfte, nur ein Mindestmaß von Zeitverlust verursache“, so kommentierte der Grafiker und Designer Walter Dexel. Was er wohl zu blinkenden Pop-Ups und aufdringlicher Fernsehwerbung gesagt hätte? Für seine Zeit pochte er jedenfalls auf eine schlichte, als Gebrauchskunst verstandene Reklame. Das Städtische Museum Braunschweig widmet ihm zum 125. Geburtstag noch bis zum 8. Februar 2015 die Ausstellung „Walter Dexel (1890–1973). Konstruierte Welten“.

Beleuchtet wird die facettenreiche Biographie des studierten Kunsthistorikers, der – neben seiner Tätigkeit als Werbedesigner – auch als Maler, Kunstsammler, Pädagoge und sogar Verkehrsplaner wirkte. Der Expressionismus, die Ideen des Bauhaus und besonders der Konstruktivismus prägten Dexels Werk. Den Nazis galten seine Arbeiten daher zwar als „entartet“, nachdem er 1933 in die Partei eingetreten war und sich von seinem Frühwerk distanzierte, machte er aber im „Dritten Reich“ Karriere. In den 1940er Jahren baute er die renommierte Braunschweiger Formsammlung auf, eine Konglomerat von Gebrauchskunst. In den 1960er Jahren kehrte Dexel zur konstruktivistischen Malerei zurück. (jr, 15.12.14)