Die alte IHK Stuttgart fällt

Einst unter Denkmalschutz, nun plattgemacht: Die alte IHK Stuttgart (1953/54) von Hans Volkart (Bild: Klaus Rau)
Einst unter Denkmalschutz, nun plattgemacht: Die alte IHK Stuttgart (1953/54) von Hans Volkart (Bild: Klaus Rau)

Wer sich im Umfeld des Hauptbahnhofs umsieht, muss glauben, dass Stuttgart komplett abgerissen wird: Ob Moderne, Expressionismus, Neobarock oder eben weite Teile von Paul Bonatz´ Bahnhofsgebäude – alles wird zugunsten des umstrittenen Bahn-Projekts „Stuttgart 21“ dem Erdboden gleichgemacht. Auch der Denkmalschutz nutzt wenig. Etliche geschützte Bauwerke sind bereits verschwunden, angefangen bei den Seitenflügeln des Bahnhofs über die ehemalige Reichsbahndirektion bis zu einem (zuvor enteigneten), um 1920 errichteten Mehrfamilienhaus.

Jetzt fällt der Altbau der Industrie- und Handelskammer Stuttgart zugunsten des „Fildertunnels“. Ein Anbau des 1956 eingeweihten Ensembles wurde bereits 2010 für den Neubau der IHK abgerissen. Infolgedessen hatte man – mit der Begründung, dass das Gebäude nun nicht mehr vollständig sei – den Denkmalschutz aufgehoben. Architekt der IHK war der Stuttgarter Hans Volkart (1895-1965), der Anfang der 1920er Mitarbeiter von Paul Bonatz war und von 1926 bis 1962 auch als Hochschullehrer wirkte. Neben etlichen Wohnhäusern entwarf er unter anderem 1959-62 das Neue Schauspielhaus Stuttgart sowie als Mitglied der Planungsgruppe 1958-61 die Bibliothek der TH Stuttgart. (db, 24.2.15)