Die Architektur von Ferdinand Kramer

Schöner Studieren: Hörsaal der Biologie-Uni, Frankfurt (Bild: Norbert Miguletz/DAM)
Schöner Studieren: Hörsaal der Biologie-Uni, Frankfurt (Bild: Norbert Miguletz/DAM)

Den ehemaligen Frankfurter Universitäts-Baumeister Ferdinand Kramer (1898–1985) kennt die Geschichte als Gestalter von Möbeln, Gebrauchsgegenständen und Bauten der funktionalistischen Moderne. Nachdem das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst 2014 sein Design präsentiert hat, wird sich eine neue Ausstellung des Deutschen Architektur Museum (DAM) der Architektur widmen. In den 1920er Jahren war Ferdinand Kramer Mitarbeiter von Ernst May im Projekt des „Neuen Frankfurt“ und emigrierte später in die USA.

In der Nachkriegszeit gehörte Kramer zu den Wenigen, die aus dem Exil die Rückkehr ins materiell wie geistig beschädigte Deutschland wagten. Von Max Horkheimer gerufen, übernahm er 1952 den Posten des Leiters des Universitätsbauamts in seiner Heimatstadt Frankfurt, den er bis 1964 inne hatte. Nach dem Umzug der Universität von Bockenheim ins Westend stehen die radikal schlichten, Transparenz als demokratischen Grundsatz propagierenden Gebäude Ferdinand Kramers vor einer ungewissen Zukunft. Etliche der als karg empfundenen Institute und Verwaltungsbauten werden vermutlich nicht stehen bleiben. Andere wie das Philosophicum wurden nach langem Ringen gerettet. Vom 28. November 2015 bis zum 1. Mai 2016 bietet die Schau „Linie Form Funktion – Die Bauten von Ferdinand Kramer“ im DAM einen Überblick über das bauliche Oeuvre des  Architekten und Designers – die Vernissage wird am 27. November um 19 Uhr gefeiert. (db, 8.11.15)