Die CityInitiative Bremen Werbung spricht sich für den Abriss und Neubau des 1972 errichteten ehemaligen Horten-Gebäudes aus, um die Innenstadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Damit stellt sich der Verein gegen Stimmen aus Architektenkreisen und Initiativen, die sich für den Erhalt und Umbau des Bestandsbau einsetzen. Die vom Bremer Senat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie sowie die allgemeinen innerstädtischen Entwicklungsszenarien belegten, dass „allein der Neubau wirtschaftlich, ökologisch und aus Sicht einer zeitgemäßen Innenstadtentwicklung nachhaltig“ sei, berichtet das Portal BremenNews.de. Aus städtebaulicher und wirtschaftlicher Sicht belege die Studie, dass sich beim Neubau nicht nur mehr, sondern auch realistisch vermietbare Nutz- und Wohnfläche schaffen ließe. Man dürfe sich nicht von der Idee leiten lassen, Bestehendes um jeden Preis zu konservieren. Entscheidend sei, ob ein Standort Zukunft habe. Auch weise ein Neubau langfristig die bessere ökologische Bilanz auf: Ein zunächst höherer Ressourceneinsatz werde durch eine verbesserte Energieeffizienz und eine längere Lebensdauer ausgeglichen.
Das für den damaligen Horten-Konzern errichtete Kaufhaus in der Bremer City trägt noch heute seine originale Waben-Fassade. Höhepunkt des Baus ist der der monumentale „Lichtbaum“, der sich umgeben von Rolltreppen durch die ganze Höhe des Gebäudes zieht. Entworfen wurde die Kaufhaus-Box unter Einhaltung der Konzern-CI vom Bremer Büro Morschel, Henke und Hodde. Zuletzt firmierte es unterm Galeria-Kaufhof-Logo und ist seit 2020 offiziell geschlossen. Im Erdgeschoss befand sich bis vor Kurzem noch ein Möbelhaus; letzte externe Nutzer waren die Elektro-Kette Saturn und ein Asia-Supermarkt. 2024 hat die Stadt Bremen das Gebäude für rund 37 Millionen Euro gekauft – um es samt dem angrenzenden Parkhaus Mitte neu zu entwickeln. Und schon seit Jahren schwankt das Pendel zwischen Abriss und Erhalt, derzeit läuft unter anderem auch ein Architekturwettbewerb. Denn eigentlich ist der Abriss 2027 in der Stadt beschlossene Sache. (db, 17.5.26)
Bremen, Ex-Kaufhof 2024 (Bild: Daniel Bartetzko)

