Teller, Hersteller unbekannt, 1920-30er Jahre. Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 2018 (Foto: Armin Herrmann)

Gestaltungssprache der Moderne

Als zweiter Teil der Ausstellungsreihe „111/99“ ist vom 4. April bis zum 19. August 2019 „Einzelstück oder Massenware“ im Werkbundarchiv/Museum der Dinge (Oranienstraße 25, 10999 Berlin-Kreuzberg) zu sehen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach einer zeitgemäßen, einer modernen Form für alltägliche Güter, wie sie im frühen 20. Jahrhundert lebhaft diskutiert wurde. An ausgewählten Objekten und Dokumenten wollen die Ausstellungsmacher das damalige „Changieren zwischen dem Gefühl von Bedrohung durch die technischen Entwicklungen und einer Technikbegeisterung“ aufzeigen. Ein Schwanken zwischen den Bedürfnissen des Einzelnen und drm Geschmack der Masse.

Ob Stahlrohrmöbel oder Bauhaus-Leuchte – ein sachlicher, klarer, glatter Stil wurde zum Ideal erhoben. Ein vermeintlicher Industriestil, der aber zumeist weder in die Massenproduktion ging noch dafür gedacht war. Denn der vorherrschende Geschmack lehnte jene Werkbundästhetik lange als „kalt“ ab. So blieb das Design der Moderne anfangs die Lebenswelt einer ästhetisch geschulten Elite – um heute in abgeschwächter Form in den Einrichtungshäusern den Ton anzugeben. (kb, 30.3.19)

Teller, Hersteller unbekannt, 1920/1930er Jahre (Bild: Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 2018, Foto: Armin Herrmann)