„Bis auf weiteres geschlossen“

Bergisch Gladbach-Frankenhorst, St. Maria Königin (Bild: Emanuel Gebauer)
Solche Bilder von St. Maria Königin in Bergisch Gladbach-Frankenhorst sind (vorerst) Geschichte – aber Detailfotos der Glasfenster von Ludwig Baur und Leonhard Karl gibt es weiter online bei der Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts (Bild: Emanuel Gebauer)

„Diese Kirche ist bis auf weiteres geschlossen“, so die Aussage auf der Homepage der Gemeinde St. Johann Baptist Frankenforst in Bergisch Gladbach. Es geht um St. Maria Königin, ein zwischen 1954 und 1959 nach Entwürfen von Bernhard Rotterdam errichtetes und 1988 nochmals erweitertes Ensemble aus Kirche und Gemeindebauten. Hintergrund der Schließung sei, wie die Presse  vergangenes Jahr ausführte, ein Schimmelbefall im Kirchenraum. Somit wäre aktuell eine Nutzung des Inneren unmöglich, da gesundheitsgefährdend.

Der örtliche Pfarrer hat bereits beim Erzbistum Köln einen Antrag auf Profanierung des Bauwerks gestellt. Schon 2008 hatte man beschlossen, den pastoralen Schwerpunkt nicht hier, sondern bei St. Johann Baptist zu legen. Zudem verfügt die inzwischen fusionierte Gemeinde mit St. Elisabeth noch über einen weiteren Kirchenbau. Doch St. Maria Königin steht unter Denkmalschutz. Rotterdam (1893-1974), der für den langgestreckten Kirchenbau mit Satteldach zur Formensprache der gemäßigten Moderne griff, war ein Schüler des Architekten Emil Fahrenkamp, der seinerseits tief  im Neuen Bauen wurzelte. Die Interessengemeinschaft „Rettet die Kirche St. Maria Königin“ setzt sich für die Sanierung und Wiedereröffnung des Bauwerks ein. Man versteht sich als Forum für eine „offene Kommunikation“ über die Zukunft der Kirche – eine Zukunft, die vielleicht, wie bei anderen Beispielen dieser Stilepoche, in einer Umnutzung liegen könnte. Wir drücken die Daumen! (kb, 10.3.16)