Die Kunst der Bausünde

Turit Fröbe eröffnet einen neuen Blick auf die vielgscholtene Bausünde (Bild: Bastei Lübbe Verlag)
Turit Fröbe eröffnet einen neuen Blick auf die vielgscholtene Bausünde (Bild: Bastei Lübbe Verlag)

Fügt sich ein Neubau nicht ins Stadtbild ein, ist man mit dem Urteil „Bausünde“ schnell bei der Hand. Monumentale Bürobauten im Stil des Brutalismus werden ebenso darunter gefasst wie triste Wohnhochhäuser. Die Bausünde scheint im Gegensatz zur guten Architektur leicht auszumachen.

Und doch gilt es auch hier klar zu unterscheiden. Turit Fröbe tut dies auf originelle Weise mit dem Buch „Die Kunst der Bausünde“. Die Autorin greift den vielfach verwandten Begriff auf und untergliedert ihn in die gute und die schlechte Bausünde. Erstere kann trotz umstrittener Ästhetik nachhaltig zur städtischen Identität beitragen. Letztere bleibt gesichtslos und findet sich in vielen Städten wieder. Das Buch porträtiert überregional bekannte sowie lokal prominente Bausünden von Berlin bis Gießen. Die Kommentare fallen dabei meist liebevoll-ironisch aus und öffnen humoristisch den Blick auf eine bislang verkannte Kunstform. (jr, 6.7.14)

Turit Fröbe: Die Kunst der Bausünde, 180 Seiten, gebunden, 23 x 17,8 cm, Quadriga Verlag 2013, ISBN: 978-3-86995-053-2.