Die französische Architektin und Designerin Charlotte Perriand (1903-1999), bekannt geworden als eine der einflussreichsten Künstler:innen rund um Le Corbusier, erhält nun zum ersten Mal eine umfassende eigene Retrospektive in Deutschland. Die Kunstmuseen Krefeld, gemeinsam mit dem Museum der Moderne Salzburg und der Fundació Joan Miró in Barcelona, würdigen ihr Werk seit dem 2. November 2025 und noch bis zum 25. März 2026 mit der Ausstellung L’Art d’habiter / Die Kunst des Wohnens. Zu sehen ist das Lebenswerk von Charlotte Perriand, wozu sowohl ihr größtes Projekt, das französische Skigebiet Les Arcs (1967-1989), als auch die frühen Stahlrohrmöbel und Minimalbehausungen der Zwischenkriegszeit oder ihre modular konzipierten Aufbewahrungssysteme der Nachkriegsjahre zählen.
Die von Katia Baudin mit Waleria Dorogova kuratierte Schau entstand in enger Zusammenarbeit mit den Archives Charlotte Perriand, ihrer Tochter Pernette Perriand-Barsac sowie Jacques Barsac. Die Ausstellung ist auf drei Häuser der Krefelder Kunstmuseen aufgeteilt. Im Kaiser Wilhelm Museum (KWM) werden seltene Originalmöbel, Archivdokumente, Fotografien und Filmaufnahmen gezeigt, begehbare Raumrekonstruktionen lassen das Design nochmals lebendig werden. In den beiden von Ludwig Mies van der Rohe gebauten Häusern Lange und Esters werden ausgewählte Aspekte vertieft. So widmet sich die Ausstellung in Haus Lange unter anderem der Aufenthalte Perriands in Japan, Indochina und Brasilien sowie ihren transkulturellen Dialogen und Kooperationen mit Künstlern wie Fernand Léger oder Isamu Noguchi. In Haus Esters wird das Werk Charlotte Perriands durch ausgewählte Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst in einen internationalen Kontext gestellt. (pk, 28.11.25)

Savoie, Les Arcs 1800, Architek:innen: Charlotte Perriand, Atelier d’Architecture en Montagne, Bernard Taillefer, 1974–1989 (Bild: Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0, 2015)
