Die moderne Hedwigskathedrale

Berlin, St. Hedwigskathedrale, 1928 (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 102-06684)
St. Hedwig wurde vor dem Zweiten Weltkrieg zur Basilica minor und zur Berliner Kathedrale erhoben (Bundesarchiv Bild-Nr. 102-06684)

Seit 1927 Basilica minor, seit 1930 Bischofskirche – St. Hedwig ist DIE katholische Kirche der alten/neuen Hauptstadt. In Berlin wurde sie 1773 als erster katholischer Kirchenneubau nach der Reformation eingeweiht. Und im 20. Jahrhundert bemühten sich gleich mehrere Architektengrößen um St. Hedwig: bis 1932 Clemens Holzmeister, bis 1963 Hans Schwippert, bis 1978 Hans Schädel und Hermann Jünemann. Prägend blieb der Wiederaufbau durch Schwippert, der außen alles beim Alten beließ. Fast, denn über der Betonschalenkuppel verzichtete er auf die klassizistische Laterne. Der Innenraum wurde radikal neu gedacht: ein Kapellenkranz und ein programmatisch offener Zugang zur Unterkirche.

Seit einigen Jahren nun denkt man über eine – auch liturgische – „Modernisierung“ der Berliner Bischofskirche nach. Im November 2013 wurde ein Wettbewerb ausgelobt und am 30. Juni 2014 das Büro Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer ausgewählt. Nach ihrem Entwurf bleibt die eigenständige Deutung der Nachkriegszeit, Schwipperts Idee einer „Doppelkirche“, nicht erhalten. Die Denkmalpflege – so das Erzbistum in seiner Presseerklärung – bedauert, „dass keine der eingereichten Arbeiten eine denkmalgerechte Lösung darstellt“. Aktuell widmet u. a. die Online-Zeitschrift „Kunsttexte“ St. Hedwig in seiner Denkmalpflege-Ausgabe gleich drei prominente Beiträge. (kgb, 11.7.14)