Nach der völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Dürener Innenstadt in einem Zug in den 1950er Jahren als harmonisches, einheitliches Ganzes errichtet. Das Gesicht der Stadt ist bis heute dadurch entscheidend geprägt. Transparenz und Leichtigkeit, Schwerelosigkeit und Auflockerung, Farbigkeit und Helligkeit, organische Formen und Dynamik waren bestimmend. Vieles wurde hell und leuchtend, durchscheinend, dünn und schwungvoll gestaltet. Lichte Glaswände, leuchtende Neonreklamen, die berühmte Nierenform, zusammengesetzte Baukörper und runde Treppenaufgänge sind kennzeichnend. Diese Gestaltungsmaximen fanden ihren Niederschlag im Großen und im Kleinen, in der Stadtplanung und in vielen Details, in der Gestaltung des Rathauses und der Bebauung, aber auch in der Form der Treppen- und Balkongeländer.
Der Theaterkolleg „Düren – Gesicht einer Stadt der 1950er Jahre“ befasst sich im Theater Düren im Haus der Stadt am Mittwoch, 12. November 2025 mit ebenjenen Wiederaufbaujahren (Beginn ist um 19 Uhr, Tickets kosten 7 Euro). In der Veranstaltung beschreibt die Aachener Architektin Heike Kussinger-Stankovic die Besonderheiten der Dürener 1950er-Jahre-Architektur. Dadurch will sie die Aufmerksamkeit auf die vielfältig vorhandenen Qualitäten und Eigenarten lenken und ihnen angemessene Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen. Übrigens: Bereits 2006 ist das gleichnamige Buch von Heike Kussinger-Stankovic beim Dürener Geschichtsverein erschienen. Es ist nach wie vor, in der mittlerweile dritten Auflage, erhältlich. (db, 9.11.25)
Düren, Rathaus (Bild: Raimond Spekking via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

