Die Stadt, der Highway und die Kamera

Die Stadt, der Highway und die Kamera (Bild: Deutscher Kunstverlag)
Die Stadt, der Highway und die Kamera (Bild: Deutscher Kunstverlag)

Warum sollte man – noch dazu als Künstler – eine Straße ablichten? Nach 1945 zeigten Fotografen wie Charles Pratt, Roy DeCarava oder Garry Winogrand die Metropole New York so, wie sie sie sahen: als eine Stadt im Umbruch. Die Street Photography feierte den Highway als Lebensraum. Zu einer Zeit, als die Straße auch von der Stadtplanung entdeckt und neu gestaltet wurde. Bildmagazine wie „Life“ und „Look“ hingegen blendeten diese Entwicklung völlig aus. Sie idealisierten stattdessen das Bild der amerikanischen Vorstadt – und förderten damit noch die Flucht in die Stadtrandbezirke.

Mit ihrer Dissertation „Die Stadt, der Highway und die Kamera“ beleuchtet die Kunsthistorikerin Jutta von Zitzewitz eben jenen Zusammenhang von Fotografie und Stadtplanung. In ihrer bildwissenschaftlichen Studie arbeitet sie erstmals heraus, wie die Street Photography und die Magazinfotografie nicht nur die Stadtentwicklung spiegeln. Sie stießen auch die öffentliche Debatte darüber und prägten ihren Verlauf. (kb, 5.10.14)

Zitzewitz, Jutta von, Die Stadt, der Highway und die Kamera. Fotografie und Urbanisierung in New York zwischen 1945 und 1965, Deutscher Kunstverlag München 2014, 272 Seiten, broschiert, 118 Schwarzweiß/9 Farbabbildungen, 17 x 24 cm, ISBN 978-3-422-07206-0.