Diercke-Weltatlas, Cover von 1974 (Bild: Janbird03, CC BY SA 4.0, Detail)

Die Ver-Ortung der Welt

Symbolische Geographie – ein Begriffe, der auf die zwei deutschen Staaten nach dem Krieg unmittelbar zuzutreffen scheint. Gerade hatte man Hitlers Traum vom „eurasischen Großraum“ hinter sich gelassen, schon waren „West“ und „Ost“ die prägenden Koordinaten für BRD und DDR. Immer wieder wurden in der Bundesrepublik neue mentale Landkarten verhandelt, die mal harmonierten, mal konkurrierten. Revisionistische Kräfte hielten an der Idee eines deutschen „Großraums“ fest. Parallel schufen die Beziehungen zu europäischen oder anderen internationalen Bündnissen weitere, auch geographische Identitätsentwürfe. Mit dem Ende des Kalten Kriegs mussten dann neue Antworte gesucht werden: Wie steht das wiedervereinigte Land zu alten Konstrukten wie West und Ost, Europa und Amerika, „christliches Abendland“ und islamische Staaten.

Diesen Fragen stellt sich die Tagung „Die Ver-Ortung der Bundesrepublik, die vom 14. bis zum 16. November 2018 in Essen (Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Glaspavillon (R12 H00 S12)) stattfindet. Die Tagung widmet sich den Ideen und Symbolen politischer Geographie nach 1945. Erstmals sollen verschiedene raumgebundene Konzepte gemeinsam in den Blick genommen und in ihren Beziehungsgeflechten analysiert werden. Für die Tagung ist eine Anmeldung möglich bis zum 15. Oktober 2018 unter: stephanie.hueck@uni-due.de. (kb, 9.9.18)

Cover des Diercke Weltatlas von 1974 (Bild: Janbird03, CC BY-SA 4.0, Detail)