Die Zukunft von gestern

Verner Panton: phantasy landscape (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)
Psychedelische Zukunftsvision: die „Phantasy Landscape“ von Verner Panton (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)

Die Frage nach der Gestalt der Welt von morgen ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder regte sie besonders Architekten und Designer zum Entwurf utopischer Modelle von Welt und Wirklichkeit an, die sich von sämtlichen Hindernissen ihrer Gegenwart gelöst hatte. Die Ausstellung „Wie leben? Zukunftsbilder von Malewitsch bis Fujimoto“ versammelt solche Entwürfe. Im Fokus stehen Zukunftsvisionen des 20. Jahrhunderts aus den Bereichen Architektur, Design und Kunst.

Die Schau widmet sich drei Leitfragen: „Wie arbeiten?“, „Wie wohnen?“ und „Wie leben?“. Dabei treffen nie realisierte Avantgardeprojekte auf Zukunftsvisionen, die Eingang in den Formenkanon der Moderne gefunden haben. So blieben viele Entwürfe der russischen Konstruktivisten zwar beachtete, aber realitätsferne Kopfgeburten, während die Gestaltung der niederländischen Künstlervereinigung De Stijl nachhaltig auf konkrete Bauprojekte einwirkte. Während sich die Hoffnung manches Nachkriegsarchitekten auf eine baldige Besiedlung des Mondes (bisher?) nicht erfüllte, ist der einst als gestalterischer Heilsbringer gefeierte Kunststoff tatsächlich bis heute omnipräsent. Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2016 im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen zu sehen. (jr, 24.1.16)