Dient der Verkehr dem Menschen?

“Der Verkehr dient dem Menschen – dient er?” So fragte Josef Lehmbrock 1971, zur Hochphase der Planungen von Großwohnsiedlungen in Ost und West. Die Darstellung von Erschließungswegen gehört zu jedem Bauplan und erst recht zu jedem städtebaulichen Entwicklungsplan. Wie aber sahen damals die Rahmenbedingungen für die Verkehrsplanung in Siedlungen aus und haben sie sich bewährt? Der Siedlungs- und Wohnungsbau setzte in den Jahrzehnten nach 1960 qualitativ und quantitativ neue Maßstäbe. Welche Rolle spielten Verkehrsmittel und Verkehrswege für die neu zu schaffenden Raumbilder? Die räumliche Trennung der Funktionen von Wohnen, Arbeiten und Verwalten bedingte zwangsläufig, dass die Menschen mobil wurden, um von A nach B zu kommen. Wann und warum setzte sich das Paradigma der „autogerechten“ Stadt durch und was bedeutet das für die Zukunftsfähigkeit von Großwohnsiedlungen?

Moderiert von Prof. Yasemin Utku und Dr. Gudrun Escher, blickt der vierte Teil der Reihe “MODERNE Strukturen und Ideen im Wandel” am 16. Dezember von 16 bis 18 Uhr auf Mobilitätskonzepte von damals in Ost und West und diskutiert, wie sie heutigen Ansprüchen angepasst werden könnten. Ausgehend von der Arbeit von Dr. Barbara Schmucki “Der Traum vom Verkehrsfluß” (2001) steigt die Veranstaltung in das Thema ein mit Fokus auf die DDR: Prof. Dr. Steffen de Rudder betrachtet die autogerechte Stadt im Kontext von Großwohnsiedlungen und Luise Rellensmann gibt Einblicke in die jüngste Erforschung von Garagenanlagen. In einem zweiten Block bietet Ulrich Brinkmann aus dem Fundus seiner Postkartensammlung Zeitdokumente zu Mobilitätsthemen in Großwohnsiedlungen in Ost und West. Schließlich berichtet Martin Randelhoff über Konzepte und Umbau von Mobilitätsstrukturen in Großwohnsiedlungen in Westdeutschland. (mR, 13.12.21)

moderneREGIONAL begleitet die Reihe als Medienpartner. Die Veranstaltung findet online via Zoom statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich: https://rwth.zoom.us/j/99120829780?pwd=NlBKZ2JiTUw2d2pFV1ZFYk9ra1lxZz09, Meeting-ID: 991 2082 9780, Kenncode: 771578.

Titelmotiv: historische Abbildung, via Fachgruppe städtebauliche Denkmalpflege