Berlin, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Hans-Joachim Pysall, wohl Ende 1970er Jahre)

Ein Date mit Diesterweg

Das Berliner Diesterweg-Gymnasium ist unübersehbar: orange und ständig in der Diskussion. Gut so, denn dem popmodernen Schulbau könnte es bald an den Kragen gehen. Der Schulbau wurde 1977 nach Plänen des Büros Pysall-Jensen-Stahrenberg fertiggstellt. Die Fassadenmodule verbanden soziale und kulturelle Räume für das Quartier: Stadtbibliothek, Veranstaltungsräume, Sporthalle und Schulräume. Vor zehn Jahren wurde das Diesterweg-Gymnsium aus finanziellen Gründen geschlossen und steht seitdem leer. Zwischendurch wird immer wieder über das Ausmaß einer möglichen Asbestbelastung diskutiert.

Vor diesem Hintergrund findet am 12. August 2019 um 18.30 Uhr im ExRotaprint, Projektraum „Glaskiste“ (Gottschedstr. 4, 13357 Berlin) die Diskussionveranstaltung „Alte Schule/Neue Schule“ statt. Die stadtteilbasierte Initiative ps wedding setzt sich seit 2012 dafür ein, den Bau als Quartiers- und Nachbarschaftszentrum in freier Trägerschaft zu reaktivieren: kurzfristig als multifunktionales Ensemble mit Bildungsangeboten, mittelfristig zusätzlich als Wohnraum, Kita und Sekundarschule. Über diesen Vorschlag wird in den Sommermonaten an einem Runden Tisch auf Bezirks- und Landesebene verhandelt. Sollte dieser scheitern, könnte der Abriss des prägnanten Gebäudes erfolgen. Dabei ist das Diesterweg-Gymnasium in der Forschung bereits hoch anerkannt ob im HWK-Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Bildungsschock“ oder in der Habitat Unit/im Fachgebiet für internationalen Städtebau am Institut für Architektur der TU Berlin. (kb, 26.7.19)

Titelmotiv: Berlin, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Hans-Joachim Pysall, wohl Ende 1970er Jahre)