Eigentlich plant die Stadt Rostock, den 1975-78 errichteten Erweiterungsbau des Volkstheaters zu verkaufen, damit dieser zugunsten von Wohnungsneubau abgerissen wird. Für das Theater entsteht durch die Stadt derzeit ein Neubau. Jetzt könnten aber die Pläne: Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg Vorpommern hat weite Teile des DDR-Baus unter Denkmalschutz gestellt. Die Stadtverwaltung ist „not amused“: Ein Stadtsprecher erklärte, die Unterschutzstellung durchkreuze die Pläne der Stadt und würde sie wirtschaftlich unmöglich machen. Laut der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft sollte der Verkauf des Areals fünf bis zehn Millionen Euro einbringen und einen Teile der Kosten für den Theaterneubau decken. „Selbst Umkleiden mussten wegen Schimmel gesperrt werden. Wer so etwas unter Schutz stellt, schützt nicht die Geschichte, sondern die Absurdität.“ sagte CDU-Fraktionschefin Chris Günther dem Deutschlandfunk und forderte die Landesregierung auf, die Entscheidung zurückzunehmen oder die finanziellen Folgen zu übernehmen.

Das Kulturministerium in Schwerin bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur DPA, dass das Landesam auf Eingabe einer Privatperson hin den Denkmalwert des Volkstheaters geprüft und für Teile des Ensembles einen Denkmalwert festgestellt habe. Dabei handelt es sich um den Eingangsbereich, das Eingangsgebäude und das Probebühnenhaus. Die Anlage verbinde „eine klare, geometrisch-moderne Formensprache mit städtebaulicher Sensibilität und lokalen Bezügen – von der Rostocker Seefahrt über die Industriegeschichte der Kröpeliner-Tor-Vorstadt bis zur regionalen Backsteintradition“. Zugleich sehe man in ihr eine frühe Rückbesinnung auf die historische Stadt und eine qualitätvolle Weiterentwicklung des Bestands. Fürs Erste ist der Bau gerettet. Die nächste Runde folgt aber bestimmt … (db, 30.5.26)

Rostock, Volkstheater und Vorplatz (Bild: MyRobotron, CC BY-SA 3.0)

Rostock, Volkstheater und Vorplatz (Bild: MyRobotron, CC BY-SA 3.0)

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