Dresden: Rückkehr einer Inschrift

Dresden, "Der Sozialismus siegt" (Bild: Erich Braun, CC BY SA 3.0)
Ein Kunstprojekt bringt den berühmt-berüchtigten Schriftzug „Der Sozialismus siegt“ nun für einige Wochen zurück zum Pirnaischen Hochhaus (Bild: Erich Braun, CC BY SA 3.0, 1969)

„Der Umgang mit Kunstwerken und Architektur aus der DDR-Zeit erscheint nach wie vor problematisch. Was ja nur bedeutet, dass man mit diesem Thema noch lange nicht fertig ist“. Zu diesem Schluss kommt der Künstler Via Lewandowsky, selbst gebürtiger Dresdener. Lewandowsky beteiligt sich aktuell am dreiteiligen Kunstprojekt „Dresden.? – Arbeiten mit der Stadt“, das noch bis zu 5. Juli 2015 im öffentlichen Raum zu sehen ist. Drei Künstler sollten die „Kraftquellen“ der Stadt sichtbar machen und setzten sich mit den Schwerpunkten „Geschichte Sachsens“, „Dresden Stadt der Wissenschaften“ und der „Umgang mit den Anderen“ auseinander.

Da hängt Nezaket Ekici ihre Orientteppiche in Portalform vor dem Landgericht auf (Parkanlage vor dem Landgericht, Lothringer Straße 1). Da verstrickt Florian Dombois örtliche Wissenschaftler in ein Gespräch (Happening mit Wissenschaftlern Postplatz am 30. Mai, 12 bis 14 Uhr). Und da lässt Lewandowsky einen Teil der Leuchtschrift „DER SOZIALISMUS SIEGT“ wiederauflegen, die ab 1968 das Hochhaus am Prinaischen Platz bekrönte. Der rote Schriftzug war schon 1987 bei Nacht und Neben entfernt worden, zurück blieben die schemenhaften Umrisse der Buchstaben. Lewandowsky beschränkt sich auf das Wort „SIEG“, das er in Großbuchstaben am historischen Ort neu inszeniert (Pirnaischen Platz, Grunaer Straße 5). (kb, 26.5.15)