Duisburg, MKM Museum Küppersmühle (Bild: Simon Menges/Herzog de Meuron)

Duisburger Kunst-Werk

Das MKM ist ein markantes Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, das seinerzeit als Mühle errichtet und über 100 Jahre bis zur Stillegung 1972 betrieben wurde. Auf der Grundlage des von Sir Norman Foster entwickelten Masterplans erfolgte im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989–1999) die Umgestaltung der langjährigen Industriebrache des Duisburger Innenhafens zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal – mit Büro- und Wohnflächen, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangeboten. Aus der „alten Küppersmühle“, zu großen Teilen 1908 errichtet, wurde das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Den Umbau führte das Büro Herzog & de Meuron 1997-99 durch. Es entstand eine Ausstellungsfläche von rund 3.000 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, deren Architektur durch Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche besticht.

Nun haben Herzog & de Meuron ihre ihr eigenes Werk überarbeitet und erweitert: Durch einen Neubau neben den historischen Silos steigt die Ausstellungsfläche des MKM auf 6100 Quadratmeter. Der erste Plan der Schweizer Superstars 2008 war dabei nach Art der Elbphilharmonie eine an einen Container erinnernde Kunst-Kiste, die in der Höhe über den Silos in einer Stahlkonstruktion hätte entstehen sollen. Das kühne Projekt scheiterte bereits im Beginn an schlechter Stahlqualität und der Insolvenz der Metallbaufirma. Die damalige Besitzerin des Mühlenkomplexes, die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEBAG, hat im Anschluss das Kulturprojekt an die Kunstsammler Sylvia und Ulrich Ströher verkauft, die schon als Sponsoren an der gescheiterten Kistenplanung beteiligt waren. 2013 kamen die Ströhers – nun als Bauherren – und Herzog & de Meuron erneut zusammen, und so entstand der kunstvoll-bodenständige (sic!) Erweiterungsbau, der am 25. September eröffnet wurde. (db, 29.9.21)

Duisburg, MKM Museum Küppersmühle (Bild: Simon Menges/Herzog & de Meuron)