Düsseldorf, Hl. Nikolaus, 2009 (Bild: Wiegels, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Duncker-Kirche vor dem Abriss?

Im Rheinland hatte die evangelische Landeskirche ein Bausystem mit zwei Typen aufgelegt. Für diese “versetzbaren Kleinkirchen” wählte man aus einem Wettbewerb (1959), nach verschiedenen Probebauten auch anderer Architekten, zwei Montagesysteme für die Serienfertigung: Vom zeltförmigen Typ A (Helmut Duncker mit Martin Görbing, Düsseldorf) entstanden so mindestens 27 Stück, vom flachgedeckten Typ B (Otto Leitner mit Johann Huf, Unterpfaffenhofen bei München) waren es mindestens acht Exemplare. Vor allem die Duncker-Kirchen erfreuten sich großer Beliebtheit, da sie Pragmatik mit einer besonderen Raumstimmung zu verbinden wussten. Bis heute strahlen diese Montagebauten etwas von der Bescheidenheit aus, die Otto Bartning ab 1948 mit seinen Notkirchen zum Programm erhoben hatte. Im Fall der rheinischen Kleinkirchen war sie zusätzlich erwünscht, um die Predigtstätten nicht zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen. Sie sollten ein Provisorium bleiben und später zur nächsten Gemeinde weiterwandern.

In Düsseldorf steht eine dieser, hier 1962 vom Diakonischen Werk errichteten Typenkirchen im Westener Feld, die ursprünglich als Orthodoxes Zentrum für Exil- und Diasporagemeinden diente. Der Holzmontagebau wurde 2008 abgegeben an die orthodoxe Gemeinde zu den Heiligen Erzengeln und lief seitdem unter dem Patrozinium Hl. Nikolaus von Myra. 2016 stand der Bau zum Verkauf, inzwischen hat die orthodoxe Gemeinde ihre ehemalige Gottesdienststätte verlassen. Sie plant – mit einem zu überbrückenden Interim – den Umzug in die “ehemalige Krankenhauskapelle und die erneuerten bzw. neu errichteten Räume in der Hospitalstraße 1 in Düsseldorf-Benrath”. Die neue Eigentümerin der Holzkirche im Werstener Feld, die rumänisch-orthodoxe Gemeinde, soll auf dem Areal einen Neubau planen, der Abriss soll unmittelbar bevorstehen. (kb, 11.12.21)

Düsseldorf, Hl. Nikolaus, 2009 (Bild: Wiegels, GFDL oder CC BY SA 3.0)