Ein Abgesang auf den Tausendfüßler

Der Düsseldorfer Tausendfüßler (Bild: Droste-Verlag)
Die neue Publikation „Der Düsseldorfer Tausendfüßler“ (Bild: Droste-Verlag)

536 Meter lang und bis zu 25 Meter breit zog sich die Y-förmige Autohochstraße seit 1962 durch Düsseldorf. Vor Ort mehr oder minder liebevoll „Tausendfüßler“ genannt, war die überraschend filigrane Spannbetonkonstruktion für viele mit den Jahren nicht nur verkehrstechnisch unverzichtbar geworden: 1993 wurde der Denkmalschutz erklärt. Entsprechend heiß wurde der sich abzeichnende Abriss seit 2002 vor Ort diskutiert. Die Bürgerinitiative „Lott stonn“ kämpfte, teils mit prominenten Unterstützern wie dem Düsseldorfer BDA, für den Erhalt – und unterlag: 2013 wurde der Tausendfüßler demontiert.

Zwei Mitstreiter der Initiative, der Verleger Manfred Droste und der Stadtplaner Hagen Fischer, bis 2007 selbst am Stadtplanungsamt Düsseldorf tätig, haben sich ihre Erfahrungen nun von der Seele geschrieben und in Buchform gebracht: „Der Düsseldorfer Tausendfüßler“, im April diesen Jahres frisch im (sic!) Droste-Verlag erschienen, zeichnet von der Chronik bis zu ausgewählten Dokumenten detailliert die Diskussionen bis zum Abriss nach – alles aus der Perspektive der unterlegenen „Retter“. Darüber hinaus will man aber auch die Entstehungsgeschichte und die – nun verlorenen – Denkmalwerte des einstigen Baudenkmals dokumentiert wissen. (kb, 8.6.15)

Droste, Manfred/Fischer, Hagen, Der Düsseldorfer Tausendfüßler. Die Auseinandersetzungen um den Erhalt der Hochstraße und um die Kö-Bogen-Planung, Droste-Verlag, 2015, 224 Seiten, ISBN 978-3-7700-6000-9.