Berlin, Maria Regina Martyrum (Bild: Rabanus Flavus, PD)

Ein Abriss, ein Jubiläum und viel Stille

Wenn dieser Tage wieder der Abriss einer modernen Klosteranlage Schlagzeilen macht (Düsseldorf, Franziskanerkirche/St. Antonius, 1955, Heinz Thoma), dann ist ein – wenn auch zehnjähriges – Kloster-Jubiläum umso mehr zu feiern: Vom 5. bis zum 6. August begeht die evangelische Communität Don Camillo den freudigen Anlass mit Ausstellung, Führungen, Konzerten und Turmbesteigungen. Über das ganze Jahr bietet die Segenskirche (1908, August Dinklage/Ernst Paulus/Olaf Lilloe) in Berliner-Prenzlauer Berg als „Stadtkloster“ ebenso Spirituelles für Passanten wie Gästezimmer für Ruhebedürftige.

Auch ein klarer Betonbau dient in der Hauptstadt als Klosterkirche: Der Karmel hat seinen Sitz seit 1984 an der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (1963, Hans Schädel/Herbert Jünemann/Friedrich Ebert). In direkter Nachbarschaft zur Gedenkstätte Plötzensee, einer ehemaligen NS-Haftanstalt, verstehen sich die Schwestern auch als Hüterinnen der Erinnerung. In Berlin reicht die Palette – der Tagesspiegel spricht 2014 von 400 Nonnen und 125 Mönchen (Buddhisten mitgerechnet) – vom (für Berliner Verhältnisse alteingesessenen) Dominikanerkloster St. Paulus (Engelbert Seibertz, 1893) in Moabit bis hin zu den abgeschiedenen Steyler Anbetungsschwestern in St. Gabriel/Mariae Verkündigung (1937, Martin Braunstorfinger) in Westend. (kb, 3.8.17)

Titelbild: Berlin-Plötzensee, Maria Regina Martyrum (Bild: Rabanus Flavus, CC BY SA 4.0)