Kirchen der Nachkriegszeit haben in den letzten Jahren publizistisch, zu Recht, viel Aufmerksamkeit erfahren. Doch nun will ein neues Buch einen neuen Ansatz wagen: Der Blick geht nicht so sehr auf Stil und Vita der Architekt:innen. Stattdessen stellen die beiden Architektenbrüder Piet und Wim Eckert mehr die Konstruktion und die Raumstruktur in den Mittelpunkt. Denn, so ihre These, das Bauen in jenen Jahren stand unter besonderen, teils schwierigen Sternen. Da waren zu Beginn Materialien knapp, bevor Stahlbeton zu formalen Experimenten verleitete.
Nicht zuletzt wollen die beiden Herausgeber nicht nur denkmalfachliches Wissen aus ihren Untersuchungen ableiten, sondern auch wertvolle Erfahrungen für die heute geforderte Kreislaufwirtschaft. Doch vor allem versteht sich das Buch als „Archiv“ und versammelt entsprechend Pläne und Fotografien der Bauzeit, ergänzt sie um zeichnerische Darstellungen und Pläne – und gliedert sie nach den konstruktiven und entwerfenden Vorlieben der jeweiligen Architekt:innen. Porträtiert werden ausgewählte Beispiele: von der Abteikirche Königsmünster in Meschede (1964, Hans Schilling) bis zur Johanneskirche in Bochum (1966, Hans Scharoun), von der Pfingstbergkirche in Mannheim (1963, Carlfried Mutschler) bis zu St. Willibrord in Waldweiler (1973, Heinz Bienefeld). (kb, 21.8.26)

Mannheim, Pfingstbergkirche (Bild: Martin Hahn, CC0 1.0, 2022)
