Es sind Aufnahmen aus einer Zeit, als es noch Begriffe wie Bildberichterstatter gab: Im Berliner Willy-Brandt-Haus zeigt der dortige Freundeskreis ab morgen Aufnahmen des Amateurfotografen Fide Struck. Die Ausstellung „Ein Berliner Koffer“ versammelt Aufnahmen der 1930er Jahre. Er dokumentierte so eine Zeit, die voll ideologischer Bilder war, mit Humor und Augenmaß. In einem Holzkoffer, den Struck 1941 mit seinen rund 3.000 Negativen gepackt hatte, überlebten diese Motive die Nachkriegszeit.
Erst 2015 öffnete Strucks Sohn Thomas den Koffer und begann, die Fotografien seines Vaters öffentlich zugänglich zu machen. Für Berlin haben die Schauspieler:innen Ulrich Tukur und Eva Mattes ausgewählte Motive eingesprochen, sodass sie in der Ausstellung via QR-Code zugänglich gemacht werden können. Begleitend kann das Thema mit dem Bildband „Übersehen – Ein Berliner Koffer – Fotografien von Fide Struck 1928 – 1941” vertieft werden. Die Ausstellung startet am 4. Juni 2026 um 19 Uhr im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Der Eintritt ist frei, ein Ausweis ist erforderlich, die Ausstellung ist bis zum 27. September 2026 in Berlin zu sehen. Ein Rahmenprogramm von der After-Work-Führung bis zum Fotoworkshop rundt das Angebot ab. (kb, 3.6.26)

In einem Holzkoffer wie diesem überlebten die Bilder von Fide Struck die Kriegs- und Nachkriegsjahre – eine Auswahl von Struck-Bildern finden Sie online hier (Bild: Staatliche Schlösser und Gärten Sachsen GmbH, Burg Mildenstein, CC BY NC SA 4.0)
