Mexico City, Palacio Nacional, Wandmalerei von Diego Rivera, Detail mit einer Darstellung von Karl Marx (Bild: Wolfgang Sauber, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Ein Bild von Karl Marx

Ein Bild von Karl Marx

Mexico City, Palacio Nacional, Wandmalerei von Diego Rivera, Detail mit einer Darstellung von Karl Marx (Bild: Wolfgang Sauber, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Mexico City, Palacio Nacional, Wandmalerei von Diego Rivera mit einer Darstellung von Karl Marx (Bild: Wolfgang Sauber, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Warum sollte man ausgerechnet heute ein Bild von Karl Marx entwerfen? Wie schon eine Trierer Ausstellung 2013 belegt hat, besitzt das Antlitz von Marx ikonischen Charakter. Sein Porträt mit Bart ist gerade seit der Finanzkrise wieder medial allgegenwärtig. Dem steht entgegen, dass in den 1990er-Jahren in den ehemaligen Ostblockstaaten die realsozialistischen Abbildungen aus dem öffentlichen Bild verschwanden. Doch während hier die Marx-Verkörperungen als Ausdruck der Staatsräson lesbar waren, scheint die aktuelle Darstellungsflut eher erklärungsbedürftig.

Daher will das Trierer Symposium „Ein Bild von Karl Marx … entwerfen“ am 7. Mai 2016 die Zusammenhänge zwischen der Marx-Verbildlichung und ihren Deutungskontexten beleuchten. Anlass ist ein 2018 anstehender 200. Geburtstag. Zwei Jahre vorher startet das Museum Karl-Marx-Haus daher mit einem besonderen Umstand: Marx kommt „nach Hause“. Der französische Bildhauer Karl-Jean Longuet (1904-81) schuf als junger Mann eine Bronzebüste seines berühmten Urgroßvaters, die er dem SPD-Parteivorstand für das in Trier geplante Marx-Museum übergab. Seit der NS-Zeit gilt diese Büste, die niemals ins Geburtshaus gelangte, als verschollen. In den 1950er-Jahren gestaltete Longuet eine neue Marx-Büste, die nun im Innenhof des Geburtshauses ausgestellt werden wird. (kb, 26.4.16)