Halle, Maritim-Hotel (Bild: DubistHalle)

Ein bisschen Denkmalschutz im Maritim Halle

Einst war es ein Vier-Sterne-Hotel, zuletzt waren hier Flüchtlinge untergebracht, seit Ende März 2017 steht das ehemalige Maritim-Hotel in Halle leer. Die Diskussionen, was mit dem Ostmoderne-Bau am Riebeckplatz geschehen soll, sind in Gange, die Vorschläge reichen von Sanierung über Umbau bis zum Abriss. Eigentümer ist die Maritim-Gruppe, von der die Stadt Halle den Bau zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise angemietet hat. Nun wurden die Debatten um einen interessanten Aspekt erweitert: Das Landesamt für Denkmalpflege und Architektur hat das 2,5 Meter hohe und 13 Meter lange Wandrelief im Restaurant als Bauteil unter Denkmalschutz gestellt. Entworfen und modelliert haben es der Keramiker Hans Rothe und der Bildhauer Gerhard Geyer. Mit insgesamt 40.000 Einzelstücken aus Meissner Porzellan stellten sie Szenen der Halleschen Stadtgeschichte dar, darunter die Universität und die Halloren, ergänzt durch Industrie und Landwirtschaft symbolisierende Figuren.

Eröffnet wurde das Hotel am 1. Januar 1966 als Interhotel „Stadt Halle“ am (damals noch) Ernst-Thälmann-Platz. 1992 erwarb die Maritim-Gruppe den vom Architekten und Stadtplaner Heiner Hinrichs geplanten Hochhausriegel von der Treuhand, betrieb ihn bis 2015. Zur Unterschutzstellung des Reliefs möchten sich die (Noch-)Besitzer nicht äußern. Sie favorisieren den Verkauf an einen Investor, der ein Studentenwohnheim plant. Die Stadt möchte weiterhin ein Hotel am geschichtsträchtigen Ort. Prognose: Es bleibt spannend … (db, 1.10.17)

Maritim-Hotel Halle (Bild: DubistHalle)