Tobias Kern: Café Jansen, Köln (Foto: Tobias Kern/VG Bild-Kunst, Bonn)

„Ein Kännchen Kaffee bitte!“

„Ein Kännchen Kaffee bitte!“

Tobias Kern: Café Jansen, Köln (Foto: Tobias Kern/VG Bild-Kunst, Bonn)
Tobias Kern: Café Jansen, Köln (Foto: Tobias Kern/VG Bild-Kunst, Bonn)

Mit seiner Fotoserie „Ein Kännchen Kaffee bitte!“, die im März in Düsseldorf ausgestellt wird, porträtiert der Kölner Fotograf Tobias Kern die bundesdeutsche Kaffeehaus-Kultur, wie sie in den Wirtschaftswunderzeiten von den 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre aufblühte. Kern versteht seine Dokumentation dieses speziellen Bau- und Gastronomietypus als Spiegelbild einer wohlsortierten, gutsituierten Bürgerlichkeit.

Gezeigt werden  traditionsreiche Cafés im idealtypischen Zustand: als menschenleere Räume mit dem entsprechenden Mobiliar und Dekor. Als gelernter Architekturfotograf zielt Kern darauf ab, die Atmosphäre dieser besonderen Räume einzufangen. Viele der porträtierten Cafés erscheinen merkwürdig streng, strahlen wenig Kaffeeklatsch-Atmosphäre aus. Tobias Kern folgt dem Gesetz der Serie, wie es von Bernd und Hilla Becher entwickelt wurde: Alle Orte werden aus vergleichbarer Perspektive, mit gleicher Motivwahl und mit parallelem Bildaufbau abgelichtet. Jedes Haus entfaltet dabei seine spezielle gestalterische Sprache, die jedes der gastronomischen Angebote einzigartig macht. Die Vernissage wird am 7. März 2017 um 18.30 Uhr im Haus der Architekten (Zollhof 1, 40221 Düsseldorf-Medienhafen) begangen. Im Anschluss ist die Ausstellung „Ein Kännchen Kaffee bitte! – Konditorei-Cafés der 50er bis 70er Jahre“ dort bis zum 31. März 2017 zu sehen, der Eintritt ist frei. (kb, 7.3.17)