„Ein Stück Rundfunkgeschichte“

Berlin-Britz, Sendeanlage, 2007 (Bild: Clemensfranz, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5)
Abbau auf Raten in Berlin-Britz: Der rechte Mast fiel 2012, der linke im Juli 2015 (Bild: Clemensfranz, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5, 1007)

Auf den ersten Blick kommt dieser Abriss vergleichsweise filigran daher: ein schlanker Sendemast in Berlin-Britz. Doch waren es satte 161 Meter und insgesamt 55 Tonnen Stahl, die am 18. Juli in sich zusammen sackten. Schon 2012 war ein erster Teil der Anlage niedergelegt worden. Seit 1961 schrieb man von hier aus „ein Stück Rundfunkgeschichte“. Der zeitweise stärkste Mittelwellensender Europas gewährleistete in Zeiten des Kalten Krieges einen stabilen Westfunk – gegen alle Ost-Störsender.

Der 1946 begründete Radiosender RIAS symbolisierte für viele Berliner ihre Verbindung zum Westen. In den 1990er Jahren war die selbsternannte „Stimme der freien Welt“ teils in eine private Rechtsform überführt, teils vom Deutschlandradio weitergetragen worden. Bereits 2013 hatte man den Sendemast in Berlin-Britz abgeschaltet. Nach seiner Niederlegung ist das ehemalige Radiogelände, dessen Hauptgebäude noch bis Jahresende u. a. für Hörspielproduktionen genutzt werden soll, nun „frei“ für neue Planungen. (kb, 29.8.15)