Geschirr und Besteck der Häftlinge des Außenlagers Annener Gußstahlwerk des KZ Buchenwald im Westfälischen Museum für Archäologie (Bild: Reclus, CC0)

Eine Archäologie der Moderne

Nur noch wenige Zeitzeugen können über die Zustände in den Lagern der NS-Zeit berichten. Das Archivmaterial ist – gerade bei kleineren Einrichtungen wie den KZ-Außenlagern und Zwangsarbeitslagern – oft unergiebig. Doch ihre Spuren sind überall in Mitteleuropa auffindbar. Was erzählen diese materiellen Überbleibsel? Archäologie ist ein weitgehend ungenutztes Werkzeug, um dieser Frage nachzugehen.

Am Beispiel von Ausgrabungsfunden auf dem Tempelhofer Flugfeld in Berlin zeigt Reinhard Bernbeck detailliert, was eine solche „Archäologie der Moderne“ leisten kann, wo ihre Grenzen liegen und wie sie sich in eine umstrittene „Erinnerungskultur“ einfügt. Reinhard Bernbeck veröffentlichte sein Buch „Materielle Spuren des nationalsozialistischen Terrors. Zu einer Archäologie der Zeitgeschichte“ Ende 2017 als Druck- und als Ebook-Ausgabe beim tanscript-Verlag. Bernbeck ist Professor für Vorderasiatische Archäologie an der Freien Universität Berlin und Professor Emeritus der Binghamton University, NY, U.S.A. (kb, 2.2.18)

Bernbeck , Reinhard, Materielle Spuren des nationalsozialistischen Terrors. Zu einer Archäologie der Zeitgeschichte, transript Verlag, Bielefeld 2017, 520 Seiten, ISBN-13: 978-3837639674.

Geschirr und Besteck der Häftlinge des Außenlagers Annener Gußstahlwerk des KZ Buchenwald im Westfälischen Museum für Archäologie (Bild: Reclus, CC0)