1967 erschien im Verlag der Kunst Dresden das Buch „El Lissitzky. Maler. Architekt. Typograf“. Herausgegeben hat es Erhard Frommhold, der das Buch zusammen mit der Witwe von El Lissitzky, Sophie Küppers-Lisickaja, erarbeitet hatte. Es war eine Sensation der Buchkunst – grafisch, typografisch und natürlich inhaltlich, denn es rief das Werk des avantgardistischen Architekten, der damals in Vergessenheit geraten war, weltweit wieder in Erinnerung. Bereits ein Jahr nach Erscheinen in der DDR war das Buch dann auch im Westen erhältlich, in einer englischen und einer italienischen Übersetzung. Das Buch wurde mehrfach aufgelegt und wird noch heute antiquarisch gehandelt.
Dieses Buch, genauer den darin enthaltenen prominent gewordenen Text „SSSR’s Architektur“ nimmt morgen, am 8. Juli 2026, um 19.00 Uhr der Architektur- und Kulturwissenschaftler Thomas Flierl zum Ausgangspunkt für seinen Vortrag „Eine Empire-Kommode über Lenins Sarg“. Am Beispiel dieses Textes zeigt Thomas Flierl die bis heute weltweit übernommenen Zensureingriffe auf, die wichtige Aspekte der frühen sowjetischen Architekturpolitik betreffen: den Bau des Lenin-Mausoleums. Der Vortrag findet statt im Max-Lingner-Haus in Berlin und wird organisiert von der Max-Lingner-Stiftung. Außerdem kann er online angehört und angesehen werden. (pk, 5.7.26)

El Lissitzky, Proun, 1924 (Bild: wikimedia commons, CC BY-SA 3.0)
