Ulm, Universumcenter (Bild: Peter Liptau)

Eine Verjüngungskur fürs Universum

Ein Vorzeigeprojekt der modernen Stadt: Das Universumcenter am Ehinger Tor in Ulm. 1971 fertiggestellt, geplant vom Architekten H. M. Wein, der wenig später auch das Neu-Ulmer Pendant, das Donaucenter planen durfte, galt es zur Bauzeit als Musterbeispiel der Stadt-in-der-Stadt-Lösung. Im 22 Stockwerke zählenden, knapp 60 Meter hohen Gebäude finden sich 121 Wohnungen und 41 Ladengeschäfte. Hinzu kommen ein Atrium mit Brunnen und eine Terrasse oberhalb.

Vieles ist verschwunden oder zumindest nicht mehr zugänglich: eine Kegelbahn, ein Panoramarestaurant, eine Tankstelle mit Autohaus. Heute ist das Gebäude, wie viele seiner Artgenossen, in Verruf geraten. „Wohnung zu vermieten. Auch für erotisch-gewerbliche Nutzung“, hieß es jüngst in einer Annonce. Nicht der einzige, aber einer der Startschüsse, die das Augenmerk der Eigentümer der Einzelparteien, aber auch die Ulmer Sanierungstreuhand auf den Plan ruft. Ein Bewohner-Arbeitskreis ist bereits gegründet, und die städtische Treuhand will das Universumcenter ebenfalls wieder zu einem attraktiven Ort zu machen – vor allem als Eingang zum dahinter in Sanierung befindlichen und weiter auszubauenden „Dichterviertel“. Welche gestalterischen Maßnahmen genau getroffen werden, das ist noch unklar. Aktuell wurden, unter Anwendung des Landesglücksspielgesetzes, bereits vier der fünf Spielotheken zur Schließung aufgefordert. Wer sich einen Eindruck machen möchte, kann hier eine 2016 entstandene Multimedia-Story zum Gebäude ansehen. (pl, 26.5.18)

Ulm, Universumcenter (Foto: Peter Liptau)