Encanto: die schlafenden Oper Köln

Encanto (Bild: Kehrer-Verlag)
Fotokunst aus Riphahns Opernhaus, das aktuell umgebaut wird (Bild: Kehrer-Verlag)

Seit 2012 wird saniert – und die von Wilhelm Riphahn 1954 gestaltete Oper Köln steht still. Eine einmalige Gelegenheit, die sich die Fotografin Anja Schlamann (* 1967) nicht entgehen ließ: Für ihre Bildserie Encanto inszeniert sie „das gesamte Opernhaus in Köln als einzigartige architektonische Bühne“. Sie schaut in die öffentlichen repräsentativen, aber auch in die sonst verborgenen Ecken des Baukunstwerks.

Schemenhaft und überraschend streift immer wieder die Figur „Carmen“ die Fotografien. Sie leitet den Betrachter durch die verwunschene Welt der scheinbar schlafenden Oper. Damit übernimmt Anja Schlamann als Fotokünstlerin auch die Rolle der Regisseurin und Schauspielerin. Ihre ausdrucksstarken Aufnahmen werden ergänzt um Fachbeiträge von Gunter Geltinger und Rolf Sachsse. Pünktlich zum 60. Geburtstag ist der opulente Bildband im Kehrer-Verlag erschienen. Gegenwärtig ist die Oper noch auf drei Standorte – den „Musical Dome“, das Palladium und die Trinitatiskirche – über die Stadt verteilt. Mit Anja Schlamann kann man sich aber schon einstimmen auf die letzte „Interimspielzeit“, bevor Riphahns Oper wieder ihrem eigentlichen Zweck überführt werden kann. (kb, 22.3.15)

Schlamann, Anja, Encanto, hg. von Rolf Sachsse, Kehrer-Verlag, Heidelberg/Köln 2014, 24 x 19,5 cm, 80 Seiten, 36 Farbabbildungen, Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-86828-489-8.

Bei der Fotografin können signierte Exemplare angefragt werden.