Erst die Künstler, dann der Abriss?

Kibri, Bausatz für ein "modernes" Büro- und Geschäftshaus (Bild: privat)
Als Kibri-Modellbausatz war das „moderne Büro- und Geschäftshaus“ bis in die 1990er lieferbar, das Original steht (noch) in Neu-Ulm: das LEW-Gebäude (Bild: privat)

In Neu-Ulm will die Stadt den Künstlern eine Chance geben: Nachdem Atelierflächen in der „Alten Lebkuchenfabrik“ zugunsten von schicken Eigentumswohnungen wegfielen und andere Zwischennutzung ausliefen, soll jetzt ein Bauwerk der Moderne weiterhelfen: Das über 60 Jahre alte, sog. LEW-Gebäude am Heinrich-Metzger-Platz scheint für den baldigen Abriss vorgesehen.

Doch bis dahin sollen Vertreter der leiseren Künste (keine lauten Bandproben, wegen der Nachbarschaft) ihr Atelier einrichten können. Nachdem zuletzt das Amtsgericht auszog, stand der Bau leer. Die örtliche CSU plädierte für den Neubau eines Hundertwasserhauses – um Touristen anzulocken. Wie dies der seit 15 Jahren verstorbene Wiener Baukünstler noch hätte möglich machen solle, führten die Parteivertreter nicht weiter aus. Nun sieht es nach einer Interimslösung aus: Künstler, Teile des Stadtarchivs und die örtliche Geschichtsbibliothek. Die ersten Künstler, darunter der Kubanisch-deutsche Kulturverein, sind schon eingezogen und glücklich über ihr neues Domizil. Und – nur als Gedanke – warum Hundertwasser ausgraben, wenn man schon ein sehr ansehnliches Baukunstwerk der Nachkriegsmoderne stehen hat? (kb, 25.3.15)