Europa ist Gold

Wenn auf der diesjährigen Leipziger Denkmalmesse eine Farbe vorherrschte, dann war es Gold. Ebensolche Tragetaschen wurden vom Stand „Denkmal Europa“ verteilt – und gerne angenommen. Hintergrund der fashionablen Werbebeaktion war die Onlinestellung der Seite „Denkmal Europa“. Hier legt die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) virtuell einen roten Faden durch die Bau- und Kulturgeschichte Europas. Der Aufbau folgt nicht allein einem zeitlichen Fahrplan. Wiederkehrend werden pro Epoche oder Thema drei Stufen durchlaufen: ein orientierender Zeitstrahl, eine besondere Graphic Novel und ein vertiefendes Forscherprojekt. Gerade die Bilderstrips sind sehr charmant geraten, etwa die Wanderung der Hugenotten nach Hessen. Hier findet die eigentliche, die jugendliche Zielgruppe ebenso Anspechendes wie der marrodierende Herangewachsene.

Hintergrund der neuen Internetseite sind „14 besonders gelungene Projekte“ – vielfach die jeweiligen Länderaktionen – des endenden Kulturerbejahrs. So treffen sich im Netz allerlei historische Themen, aber auch das 20. Jahrhundert ist vertreten: darunter, um nur einige zu nennen, die kantige Architekturmoderne Niedersachsens, eine Graphic Novel zum NS-Terror, das schwungvolle Haus Schminke aus Sachsen oder das französisch-deutsche Bauen im Saarland. Die Anmeldung zum Newsletter verspricht Nachrichten zu künftigen Veröffentlichungen – es darf also auf eine Fortsetzung der goldenen Zeiten der virtuellen Denkmalpflege gehofft werden. (kb, 11.11.18)

Impression von der Denkmal Messe Leipzig (Bild: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz)