Berlin, St. Hedwig (Bild: Schlaier, gemenfrei)

„Sehr geehrter Herr Erzbischof“

„Sehr geehrter Herr Erzbischof“

„Der Diözesanrat des Erzbistums hat am 27. Februar 2016 nach einem von Ihnen angestoßenen Befragungsprozess mehrheitlich für den von der Bistumsleitung seit Langem angestrebten radikalen Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale gestimmt.“ Soweit der heute an den Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch ergangene, auf frei04 publizistik veröffentlichte Offene Brief. Seit 1927 Basilica minor, seit 1930 Bischofskirche, ist St. Hedwig DIE katholische Kirche der alten/neuen Hauptstadt.

Im 20. Jahrhundert bemühten sich gleich mehrere Architektengrößen um den 1773 geweihten Bau: bis 1932 Clemens Holzmeister, bis 1963 Hans Schwippert, bis 1978 Hans Schädel und Hermann Jünemann. Prägend blieb der Wiederaufbau durch Schwippert, der im Inneren einen Kapellenkranz mit programmatisch offenem Zugang zur Unterkirche gestaltete. Für eine – auch liturgische – „Modernisierung“ der Bischofskirche wurde 2014 nach einem Wettbewerb das Büro Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer ausgewählt. Demnach bliebe Schwipperts Idee einer „Doppelkirche“ nicht erhalten. Für den Offenen Brief, zu dessen Unterzeichnern klangvolle Namen von Prof. em. Dr. Ernst Badstübner bis Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert zählen, bildet die „denkmalgeschützte Nachkriegsfassung des Innenraums […] ein einzigartiges Zeugnis deutsch-deutscher Geschichte in der Epoche der Spaltung und des Kalten Krieges“. Daher appellieren die Experten, „doch noch nach einer denkmalverträglichen Lösung zur Verbesserung des bedeutenden Kirchenbaus zu suchen.“ (kb, 22.3.16)

Berlin, St. Hedwig (Bild: Schlaier, gemeinfrei)