*F (Bild: iduell.de)

*F wie Zukunft

Die Auswahl einer Schrifttype ist keine Geschmacks-, sondern eine Glaubenssache, zumindest für Grafikdesigner und viele Modernisten. So erstaunt es nicht, dass auch das Neue Frankfurt, der Aufbruch ins Neue Bauen unter Ernst May und Co., seine eigene Schrifttype hat: die Futura. Die schlanken, schnörkellosen Buchstaben und Ziffern wurden 1927 von Paul Renner entworfen. Sie prägten nicht nur die Schilder und Hausnummern im Neuen Frankfurt, sondern avancierten wegen ihrer geometrischen Klarheit in den 1950er und 1960er Jahren zu einer der beliebtesten Schriftarten.

Die Liste der Futura-Verwender ist lang und prominent: die Große Deutsche Kunstausstellung von 1941 in der NS-Zeit, Schilder und Ziffern des Deutschen Bundestags, Stanley Kubrick, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Bundesbahn, die ARD, James Bond und die TV-Serie „Dr. House“. Diesem kleinen Design-Wahrzeichen hessischer Herkunft hat das Frankfurter Designbüro Idüll – dem ein oder der anderen schon bekannt durch das „Frankfurter Küche Handtuch“ oder die dazu passende Schürze – jetzt ein kleines Denkmal gesetzt. In markantem Rot wird dem großen Futura-F ein Sternchen an die Seite gestellt und so manches Wortspiel untergeschoben. Jedem *F-Objekt, wie z. B. den beschrifteten Tassen, wird ein Leporello zur Entstehungsgeschichte beigefügt. Abtrocknen können Sie die praktischen Designobjekte ja dann konsequenterweise mit einem Frankfurter Küchentuch. (kb, 24.1.19)

*F-Tassen (Bild: iduell.de)