Farbiges Frankfurt

Frankfurt, Ernst-May-Haus (Bild: Urmelbeauftragter)
Das Frankfurter Ernst-May-Haus besticht heute wieder durch seine gekonnte Farbwahl (Bild: Urmelbeauftragter)

Blaue Fensterrahmen, rote Wände? Solch ein Mut zur Farbe war mitten in den besten materialfarbigen Bauhauszeiten gar nicht so selbstverständlich. Doch als sich das Neue Bauen selbst den Schnörkel und das Ornament verbot, trat die Farbe in den Blick der Gestalter. Anfang der 1920er Jahre spielte schon Hans Scharoun (1893-1972) für die “Bunte Reihe” in Kamswyken, einem Vorort der ostpreußischen Stadt Insterburg, mit Farbakzenten. Auch Bruno Taut ging mit seinem “Bunten Magdeburg” in eine ähnliche Richtung.

Entstanden ist das heute sog. Ernst-May-Haus mit dem Wohnbauprojekt „Das Neue Frankfurt“ in den 1920er Jahren. Inmitten der Siedlung Römerstadt, die vom damaligen Stadtbaurat Ernst May und seinen Kollegen entworfen wurde. Denkmalgerecht restauriert, konnte das May-Haus 2010 eröffnet werden. Heute bietet es eine spannende Zeitreise in die Wohnvorstellungen und den Geschmack der Zwischenkriegszeit. Zum Tag des offenen Denkmals, am 14. September 2014, ist das May-Haus für Interessierte von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Kinder können sich – speziell zum Jahres-Thema „Farbe“ – um 15:30 Uhr auf eine Sonderführung freuen. (jr, 11.9.14)