Berlin, Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche (Bild: historische Postkarte, 1957)

Fertig!

Am Montag hatte die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche allen Anlass  zum Feiern: Die Sanierung der 1957 eingeweihten Kirche ist abgeschlossen. Zwei Jahre und 1,6 Millionen Euro hat die Renovierung der modernen Inkunabel gekostet. Im Hansaviertel, im Umfeld der Interbau 57 entstanden, ersetzte der Neubau einen älteren Vorgängerbau. Die erste Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche aus dem Jahr 1895 vom Architekten Johannes Vollmer war dem deutschen Kaiser Friedrich III., dem Vater Wilhelms II., gewidmet. Sie wurde 1943 bei Luftangriffen stark beschädigt. Nach Kriegsende diente zunächst eine Notkapelle als Provisorium.

Mit dem Beschluss der Neugestaltung des Hansaviertels wurden auch die Überreste der ersten Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche gesprengt und der Neubau in Angriff genommen. Der Auftrag für dieses Objekt Nr. 26 ging an Ludwig Lemmer, der als Senatsbaudirektor auch an der Rahmenplanung des gesamten neuen Hansaviertels beteiligt war. An der Innenausstattung war u. a. der Glasmaler Georg Meistermann beteiligt. Der markante, 68 Meter hohe Glockenträger brachte der Kirche den obligatorischen Berliner Spitznamen „Seelenbohrer“ ein. Und gerade dessen luftige Stahlbetonkonstruktionen hatte unter den Schwingungen des Glockenläutens gelitten. 14 Jahre musste er stillgelegt auf seine Wiederbelebung warten. (kb, 20.6.18)

Berlin, Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche (Bild: historische Postkarte, 1957)