Frank Kunerts Kleinanzeigen

Seine Architekturen haben Widerhaken: Sie laufen irgendwo ins Leere oder Absurde. Der Künstler Frank Kunert baut und fotografiert Miniaturwelten, hier mit Vorliebe die grautönige Moderne. Mit Knete und Leichtschaumplatte erstellt der gebürtige Frankfurter so die Vorbilder und Motive seiner Fotografien – analog, denn digital sei inzwischen schon genug.

Kunerts Miniaturwelten liegen jetzt auch ganz frisch – Weihnachten rückt näher – als Memory zu kaufen. Für das Memospiel „Kleinanzeigen“ muss der geneigte Modernist nicht nur Bilder wiedererkennen, sondern diesen auch noch Texte zuordnen. Da wird das aufgeständerte, nur via Feuerleiter zu erreichende Brutalismus-Hotel angepriesen als „Kletterurlaub am Meer“. Da sucht die Abstellkammer mit Toilette und darüber gestapelter Einrichtung unter „erstbeste Gelegenheit“ einen Mieter. Wer nach dem Legespiel Blut geleckt hat, dem sei dann eine der kommenden Ausstellungen Kunerts empfohlen, deren Termine online eingesehen werden können. (kb, 27.10.18)

Bilder: Frank Kunert/Verlag Metermorphosen