Frankfurt, altes Polizeipräsidium (Bild: Karsten Ratzke, CC BY-SA 3.0)

Frankfurt: altes Polizeipräsidium verkauft

Wenn Sie eine Bruchbude für 212,5 Millionen Euro verkaufen könnten, würden Sie sich ins Fäustchen lachen. Das kann nun auch das Land Hessen: Hierfür hat es das ehemalige Frankfurter Polizeipräsidium gerade an die Gerch Group verkauft, die dort Arbeiten, eine Kindertagesstätte sowie eine neue Turnhalle für die benachbarte Falkschule plant. Und es darf ein Hochhaus von bis zu 180 Metern Höhe errichtet werden. Die Kehrseite: Bei der gewaltigen Kaufsumme dürfte hochpreisiger Wohnraum entstehen. Hessens Finanzminister Schäfer (CDU) betonte jedoch, alle Forderungen der Stadt Frankfurt seien erfüllt, 30 Prozent der Wohnungen werden sozial gefördert. Die übrigen würden eher im Luxus-Segment entstehen, sagte Gerch-Chef Düsterdick bei der Projektvorstellung. Dass diese Lage teuer sei, liege in der Natur der Sache.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef (beide SPD) sind über den Megadeal „not amused“: „Ein solcher Verkaufspreis bedeutet, dass im Wesentlichen nur Luxuswohnungen und teure Büronutzung möglich sind. Das brauchen wir nicht“, sagte Feldmann. Das Polizeipräsidium steht seit 2002 leer. Der Ursprungsbau (1914) ist teils denkmalgeschützt; viele Erweiterungen – darunter ein Seitenflügel des späteren Universitätsbaumeisters Ferdinand Kramer – werden hingegen fallen. Die angrenzende Matthäuskirche – zu verkaufen und Reizobjekt für Spekulanten – bleibt vorerst unangetastet. Die Gerch-Group hat sie nicht miterworben. (db, 3.3.18)

Frankfurt, altes Polizeipräsidium (Bild: Karsten Ratzke, CC BY-SA 3.0)