Frankfurt, U2-Wagen 2015 (Bild: Urmelbauftragter, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Frankfurts erste U-Bahn in Rente

Frankfurts erste U-Bahn in Rente

Frankfurt,U2-Wagen 2015, Bild: Urmelbauftragter
Frankfurter Untergrundkämpfer seit 1968: die DÜWAG-Siemens-Züge der Baureihe U2 (Bild: Urmelbauftragter, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Eigentlich geht es bei moderneREGIONAL ja um Architektur, doch hier ist ein Stück Technik so eng mit der (gebauten) Stadtgeschichte verbunden, dass wir uns diese Ausnahme gönnen: Am 3. April 2016 verabschiedete die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die letzten Bahnen der Baureihe U2 in den Ruhestand. Damit endete eine Ära – nach fast 48 Jahren. Drei Züge hat man als Museumfsfahrzeuge in der ursprünglichen rot-weißen Farbgebung lackiert, die übrigen wurden schon ab 2008 schrittweise verschrottet: Es habe sich kein Käufer für sie gefunden, da sie nicht klimatisiert seien und einen erhöhten Bahnsteig erforderten, so die VGF.

Am 4. Oktober 1968 nahm die Frankfurter U-Bahn den Betrieb auf, damit war die Hessenmetropole nach Berlin und Hamburg die dritte Stadt Deutschlands mit eigenem Untergrund-Netz. Der damalige Verkehrsminister Georg Leber gab die „A1“-Strecke zwischen Hauptwache und der noch im Bau befindlichen Nordweststadt frei. Bis 1986 wurde das City-Tunnelnetz komplettiert. Dabei stets auf den Gleisen: die von DÜWAG-Siemens produzierten U2-Wagen, deren letzte Exemplare 1984 nach Frankfurt geliefert wurden. Und die sich insbesondere durch eines auszeichneten, wie VGF-Sprecher Bernd Conrads anmerkte: „Sie waren nicht kaputt zu kriegen.“ Mit einer Träne im Knopfloch nehmen wir Abschied und freuen uns (noch!) an den Frankfurter U-Bahnhöfen in buntem Spätsiebziger-Jahre-Kleid oder postmoderner Verspieltheit (db, 14.4.16)