Hamburg-Harburg, Friedrich-Ebert-Gymnasium (Bild: staro1, CC BY-SA 3.0)

Kurt Foige und die Friedrich-Ebert-Halle

Am 1. April 1938 verlor die Stadt Harburg ihre Selbstständigkeit und wurde Hamburg angeschlossen. Zuvor wurde in der eigenständigen Stadt repräsentativ gebaut – bis in die Moderne: 1929/30 entstand auf Initiative von Walter Dudek der Neubau des „Gymnasium für Jungen“ (seit 1968 Friedrich-Ebert-Gymnasium) samt einer zentralen (Stadt-) Halle. Das Backstein-Ensemble wurde nach Kriegsschäden fast unverändert wieder aufgebaut und steht bereits seit den 1970ern unter Denkmalschutz. Trivia: Im Keller der Friedrich-Ebert-Halle nahm im Juni 1961 eine junge, aufstrebende Band gemeinsam mit Tony Sheridan ihre erste Platte „My Bonnie“ auf – die Beatles. Produzent war Bert Kaempfert.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Harburg und dem Ebert-Gymnasium ist nun bis Ende des Jahres die Sonderausstellung „Zeitwende“ zu sehen, die sich dem klassisch modernen Gebäudeensemble widmet. Gezeigt werden Fotos des Fotografen Kurt Foige (1888-1965), der den Komplex unmittelbar nach der Fertigstellung 1930 fotografisch dokumentierte. Eine „Kulturstätte für die ganze Bürgerschaft“ sollte er sein, und bezeichnend für diese Zielsetzung war auch seine Nutzungsvielfalt. Die junge Großstadt Harburg erhielt ihr größtes öffentliches Gebäude, und die verantwortlichen Politiker, Architekten und Direktoren markierten mit der richtungweisenden Architektur und der pädagogischen Ausrichtung der Schule eben eine „Zeitwende“. Der hoffnungsvolle Aufbruch endete 1933 mit der Absetzung Dudeks durch die Nationalsozialisten. (db, 16.9.18)

Hamburg-Harburg, Friedrich-Ebert-Halle (Bild: staro1, CC BY SA 3.0)