Führung durch Scharouns Theater

Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen (Bild: Vanellus Foto)
Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen (Bild: Vanellus Foto)

Anfang Juni 2014 begann man in Wolfsburg mit der Generalsanierung des städtischen Theaters. Der Bau wurde 1969 bis 1973 nach Plänen Hans Scharouns errichtet, der als Vertreter der organischen Architektur bekannt wurde. Die denkmalgerechte Gesamtinstandsetzung wird vom Berliner Büro Brenne Architekten durchgeführt und von Bund, Ländern sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Neugierige können am 12. September von 14 bis 17 Uhr einen Blick hinter die Kulissen werfen: Am „Tag der offenen Baustelle“ führen die Architekten durch das Gebäude. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 05361/899930.

Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Scharouns zuzurechnen und sein einziger realisierter Theaterbau. Die Eröffnung erlebte der 1972 verstorbene Architekt nicht mehr. Die organische Architektur steht beispielhaft für seine Entwurfshaltung. Das Bauwerk ist in drei Gebäudeteile untergegliedert: einen Foyerflügel, einen Haupttrakt mit Bühne und Zuschauerraum sowie einen Verwaltungstrakt. Seine Hanglage eröffnet einen weiten Blick auf die Stadt Wolfsburg und das identitätsstiftende VW-Werk. Mit der Entscheidung für Scharoun wollte sich die 1938 gegründete Stadt auch von ihrer durch die Nationalsozialisten geprägten Frühgeschichte abgrenzen. (jr, 9.9.14)