Kirchen und Kaufhäuser, beide geben mit markanter Architektur in bester Lage ein Glücksversprechen, das sie kaum noch einzulösen vermögen. Um diesen öffentlichen Orten wieder Strahlkraft zu verleihen, entwickelten vier Stipendiat:innen in drei Monaten neue Ideen: Die Künstlerin Karla Zipfel inszeniert in der Videoskulptur “TikTok Aesthetics” Kommerz- und Sakralbauten wie populären Nostalgie-Content. Mit dem Projekt “Dächer gleicher Ordnung” porträtiert der Fotograf Louis Volkmann zwei ostmoderne Andachtsräume und eine Kaufhalle, die ein HP-Schalendach teilen. Nicht zuletzt verhandeln die Modellaufbauten “+” der Architekten Marius Busch und Maximilian Hartinger verschiedene Konzepte, wie neue Energien verlassene Orte wiederbeleben können. Die Ausstellung “Gebrochene Verheißung”, die vom 29. März bis zum 12. Mai 2026 im ehemaligen Kaufhaus Zeeck in Dessau (Kavalierstraße 72, 06844 Dessau) zu sehen ist, wird gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und kuratiert von Prof. Dr. Karin Berkemann, Hochschule Anhalt.

Das ehemalige Kaufhaus Zeeck in der Dessauer Innenstadt wurde 1908 eröffnet und in den 1920er Jahren erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergerichtet, in den 1970er Jahren mit einer himmelblauen Vorhangfassade versehen, wurde hier unter dem Namen “Magnet” Bekleidung verkauft. Heute ist der Bau ein herausragendes Beispiel der Warenhausarchitektur der Moderne und erzählt durch seine materiellen Schichten eine über ein Jahrhundert währende Stadtgeschichte. Hier rückt die Stiftung Bauhaus Dessau mit der Ausstellung “Algen | Schutt | CO2” vom 28. März bis 27. September 2026 disziplinübergreifende Arbeitsweisen und Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt, die ästhetische und nachhaltige Gestaltung verbinden und befördern. Die Ausstellung, kuratiert von Barbara Steiner und Juliane Aleithe, erforscht alternative Arten des Bauens und ist CO2-neutral konzipiert.

Auf der Etage von “Algen | Schutt | CO2” ist die Ausstellung “Gebrochene Verheißung” Teil der Reihe “renaissource”. Dieser Satellit der Fachbereiche Design und Architektur der Hochschule Anhalt thematisiert die Renaissance (Wiedergeburt) eines neuen Umgangs mit Ressourcen. Ab dem 19. Mai folgen in der Reihe: vom 19. Mai bis 31. Juli die Ausstellung „Using Design to connect“ mit Arbeiten von Julia Lohmann, Francesca Tambussi, Leonardo Mesa Cabrera und Wencke Hamann. Vom 4. August bis 29. September versammeln sich unter dem Titel „Erbgut“ Werke von Martin Maleschka, Nikita Vinokurov und Katrin Günther. Begleitend erscheint und wird präsentiert das Magazin „Kaufhaus Z — inside out“, in dem sich Prof. Gerald Christ und Dessauer Studierende mit dem Gebäude, seinen Bewohner:innen und seiner Historie auseinandersetzt. (mR, 16.2.26)

Willy Prager, Schaufenster in Wien, 1961 (Bild: Staatsarchiv Freiburg, CC BY 4.0)

Willy Prager, Schaufenster in Wien, 1961 (Bild: Staatsarchiv Freiburg, CC BY 4.0)

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