Frechen, Keramion (Bild: DSD/Marie-Luise Preiss)

Kohle fürs Keramion

Bereits 2018 beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziell an der laufenden Restaurierung des Keramions in Frechen. Nun kann die DSD erneut dank zahlreicher Spenden und der Lotterie GlücksSpirale Geld zuschießen – unter anderem für die weitere Instandsetzung der „Leitwände“ , die Betonsanierung und Fassadenarbeiten. Das kommt gerade recht, denn Anfang Februar haben hirnlose Zeitgenossen die Dachkonstruktion des Keramik-Museums mit der Spraydose verunziert. Rechtzeitig zum 50. Geburtstag im kommenden Oktober erstrahlt der einer Töpferscheibe (und nicht einem UFO) nachempfundene Bau dann wohl wieder in strahlendem weiß.

Das 1971 fertiggestellte Keramion entstand auf Initiative von Gottfried Cremer, Inhaber der Vereinigten Steinzeugwerke und Präsident der Deutschen Keramischen Gesellschaft. Er beauftragte den Kölner Architekten Peter Neufert und den Ingenieur Stefan Polonyi mit der Errichtung eines Ausstellungsgebäudes für seine Sammlung moderner keramischer Kunst. So entstand das kreisrunde Spezialmuseum: Eine Rundumverglasung aus wandhohen Segmenten begrenzt den Ausstellungsraum, vier aus dem Gebäude in den Außenbereich reichende Leitwände führen die Besucher über eine Terrasse zum Eingang im Erdgeschoss. Diese Betonwände sind beidseitig mit glasierten KerAion-Platten verkleidet, die seit 2018 wiederhergestellt werden. Freuen Sie sich also auf die Keramion-Jubiläumsschau. Und bis dahin können Sie sich sich die Zeit vertreiben mit der Frechen-Hymne des Liedermachers Rainald Grebe: Er ist in der Stadt am Braunkohle-Revier aufgewachsen. (db, 10.3.21)

Frechen, Keramion (Bild: DSD/Marie-Luise Preiss)