Gelsenkirchen-Hassel, St. Theresia (Bild: W. Strickling, CC BY SA 4.0, 2019)

Gelsenkirchen: „Noch ein Supermarkt? Nein Danke!“

Zu Corona-Zeiten ist das gute alte Stoff-Transparent zurück. In Gelsenkirchen-Hassel haben Unbekannte textile Schriftzüge am Bauzaun vor St. Theresia hinterlassen. Diese trugen Botschaften wie: „Noch ein Supermarkt? Nein Danke!“ Der denkmalgeschützte Kirchenbau bereitet den Verantwortlichen bereits seit einigen Jahren Kopfzerbrechen. 1960 nach Entwürfen des Kölner Architekten Karl Band fertiggestellt, steht der Gottesdienstraum seit 2007 leer. 2015/16 wurde er vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt, daneben diente er zeitweise als Magazin für sakrales Inventar.

In diesen Tagen tagte die zuständige Bezirksvertretung zum späteren Bebauungsplan für das insgesamt 9.200 Quadratmeter große Grundstück. Neben der Kirche selbst finden sich hier das Gemeindehaus, mehrere Wohnungen und ein Kindergarten, der vor Kurzem leergezogen wurde. Diese nicht denkmalgeschützten Nebenbauten könnten bald, so die Diskussion, einem Supermarkt weichen. Eine Investorenausschreibung im Frühjahr brachte diese Variante ins Spiel, die im bestehenden Kirchenbau einen Kindergarten integrieren will. Das umgebende, von Bäumen und Büschen durchzogene Gelände würde beräumt und neu bebaut. Befürworter sehen darin die letzte Chance, St. Theresia zu erhalten. Gegner der Lösung, die sich nun mit den Stofftransparenten Luft machten, fürchten eine „Betonwüste“, den Verlust einer begrünten Freifläche im Stadtteil. (kb, 24.5.20)

Gelsenkirchen-Hassel, St. Theresia (Bild: W. Strickling, CC BY SA 4.0, 2019)