Gelsenkirchen-Buer, St. Stephanus (Bilder: Christian Klusemann)

Gelsenkirchen: Was wird aus der Stephanuskirche?

Die Stephanuskirche in Gelsenkirchen-Buer ist das Spätwerk des Architekten Peter Grund, bestens bekannt für eine der frühen deutschen Stahlbetonkirchen: die Nicolaikirche in Dortmund aus dem Jahr 1930. In Gelsenkirchen errichtete man bis 1970, posthum nach den Entwürfen des 1966 verstorbenen Architekten, einen kristallinen Baukörper. Die abstrakte Betonglasgestaltung stammt von der Darmstädter Künstlerin Inge Vahle. 1991 wurde von Josef Baron an der Altarwand eine bronzene Plastik des Auferstandenen ergänzt.

Wie zahlreiche Gottesdiensträume in Gelsenkirchen befindet sich die Stephanuskirche aktuell im Umbruch. Mitte der 2010er Jahre verkaufte man den Bau an einen privaten Investor, der das umliegende Gelände mit einem Altenheim bestücken wollte. Für die neue Nutzung wurde das Gemeindehaus bereits niedergelegt. Das Richtfest für den Seniorenheim-Neubau feierte man 2019, die Arbeiten soll(t)en im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Für den Kirchenraum ist eine funktionale Einbindung in das Altenheim angedacht. Die Gemeinde hat sich zudem vom neuen Eigentümer ein 10-jähriges Nutzungsrecht zusichern lassen. Wie genau die Zukunft des Gottesdienstraums aussehen soll, ist bislang noch unbekannt. (kb, 27.10.20)

Virtuelle Karte bedrohter (hellgrün), geschlossener (schwarz), abgegebener (violett), umgenutzter (dunkelgrün) und abgerissener (rot) Kirchenbauten (Historismus und Moderne) in Gelsenkirchen (Auszug aus der moderneREGIONAL-Karte „invisibilis“)

Titelmotiv: Gelsenkirchen-Buer, Stephanuskirche (Bilder: Christian Klusemann)