Die Dauerausstellung der Berlinischen Galerie (Alte Jakobstrasse 124-128, 10969 Berlin) unter dem Titel „Kunst in Berlin 1880–1980“ hat eine neue Facette hinzugewonnen: „Genossin Architekt, Kollegin Architekt“. Hierfür wurden Materialien und Dokumente zusammengestellt, die das Wirken von Architektinnen in Ostberlin zwischen 1949 und 1989 sichtbar machen. Hier kann die Berlinische Galerie aus den Beständen des eigenen Archivs schöpfen. Doch ein Problem, das fast die gesamte Ostmoderne betrifft, erschwert die Spurensuche nach Architektinnen und Stadtplanerinnen der DDR-Zeit in besonderer Weise: Sie verschwinden fast hinter den – zudem meist männlich geleiteten – Kollektiven.
Zwar fehlt bislang noch der große Rundumblick auf die weibliche Seite der DDR-Architektur, doch für Berlin wagt die Berlinische Galerie nun ihre eigene Annäherung an das Thema. Anhand von Dokumenten und Filmausschnitten, die teils bislang noch nicht präsentiert wurden, macht das Werk von Marianne Battke (*1940), Iris Dullin-Grund (*1933), Ludmilla Herzenstein (1906–1994), Dorothea Krause (1935–2024), Gertraude Lehmann (*1935), Gertrud Schille (*1940), Solweig Steller-Wendland (1942–2019) und Dorothea Tscheschner (1928–2024) museal sichtbar. (kb, 12.8.26)

Berlin-Weißensee, Café Milchhäuschen, 1966, Ludmilla Herzenstein (Bild: Lotse, CC BY SA 3.0, 2013)
