Das Buch Gera Ostmodern von Christoph Liepach, erschienen bei Sphere Publishers, ist nach wie vor eine Überraschung, und zwar gleich dreifach. Da ist natürlich zu allererst das Buch selbst mit seinem herausragenden Design, sein sorgfältig recherchierter und beinruckender Inhalt in Text und Bild und nicht zuletzt sein für ein Architekturfachbuch ungewöhnlich großer Erfolg. Die erste Auflage erschien bereits im Jahr 2020 und war schnell vergriffen, zumal der Band im Wettbewerb Deutschlands Schönste Bücher der Stiftung Buchkunst im Bereich Schönstes Regionalbuch nominiert war. Auf damals 128 Seiten waren 100 Echt-Foto-Ansichtskarten aus den 1960er bis 1980er Jahren der Stadt und des Bezirkes Gera zu sehen, Texte von Ben Kaden zu Ansichtskarten aus der DDR vertieften das Thema.
Mit der Verwaltungsreform der DDR von 1952 wurde Gera zu einer der 15 Bezirksstädte und mit diesem Titel kam die moderne Architektur in Stadt und in Bezirk. Die Ansichtskarten von Einzelbauten, städtebauliche Ensembles und Kunstwerken, die Christoph Liepach für das Buch zusammengetragen und kuratiert hat, zeugen von der Vielfalt der ostmodernen Architektur Geras und erinnern auch an die Bauten, die bereits abgerissen worden sind oder im Verschwinden begriffen sind. Nun erscheint Gera Ostmodern in der dritten Auflage. Das Buch ist während der Überarbeitung in den letzten fünf Jahren beinahe um das doppelte gewachsen: es hat nun 208 Seiten, 204 Abbildungen und zusätzliche Texte des Herausgebers Christoph Liepach sowie von Marc Escherich erhalten. Die dritte Auflage von Gera Ostmodern erscheint am 18. November 2025. An diesem Abend um 18 Uhr wird es auch gleich im Foyer des Kundencenters der Stadtwerke Jena und am 20. November um 16 Uhr in Brendels Buchhandlung in der Großen Kirchstraße 12 in Gera vom Herausgeber Christoph Liepach präsentiert. (pk, 16.11.25)

Gera, Bouelvardcafé „Zitronenpresse“, Architekt:innen: Hartmut Seidel, Brita Kloth, r. Seckerdieck, Helmut Höpfer, 1976–1979 (Bild: Sphere Publishers, Leipzig)
