Im bayerischen Geretsried ist die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche gerade von Veränderung betroffen. Der denkmalgeschützte Bau bindet alle gemeindlichen Funktionen in einem Baukörper auf sieben verschränkten Sechseckgrundrissen zusammen. Nach außen zeigt sich die Versöhnungskirche mit Glockenträger holzverschindelt. Die Konstruktion wurde nach Entwürfen von Franz Lichtblau und Ludwig N. J. Bauer errichtetet mit dem Trelement-Aluminium-Bausystem (Eberhard Rensch), das in verschiedenen Baugattungen angewendet wurde – im kirchlichen Raum auch bei der Apostelkirche in Rosenheim (1972, ebenfalls Franz Lichtblau/Ludwig N. J. Bauer).
Schon 2021 wurde bei der Geretsrieder Auferstehungskirche um eine mögliche Schließung und den Verkauf des Grundstücks in immobilienwirtschaftlich attraktiver Lage gerungen. Dann meldete sich der dortige Pfarrer Theo Heckel in der Presse zu Wort. Für schien die Entwidmung der Versöhnungskirche beschlossene Sache – und ein Abriss sogar wahrscheinlich. Schließlich wurde die Versöhnungskirche im September 2023 entwidmet. Nach längerem Leerstand und verschiedenen Lösungsszenarien ist jetzt die Nachnutzung gefunden: Die Kirche wurde an die griechisch-orthodoxe Gemeinde abgegeben. Deren liturgische Anforderungen dürften zwar im Innenraum vieles verändern, aber die Versöhnungskirche bleibt so ein religiöser, ein öffentlicher Ort. (kb, 11.2.26)


Geretsried, Versöhnungskirche (Bild: Anja Runkel, 2021)
