In Hoyerswerda, der Wohnstadt für das Gaskombinat Schwarze Pumpe und berühmt für den Liedermacher Gerhardt Gundermann, wird ab dem 7. April 2026 der ehemalige Busbahnhof Neustadt zurückgebaut. Die Flächen, die bald begrünt werden sollen, waren einst der zentrale Knotenpunkt für den lokalen Berufsverkehr. Von hier aus wurden jahrzehntelang die Arbeiter in Busflotten zum damaligen Gaskombinat transportiert. Die anstehende, ökologisch begrüßenswerte Entsiegelung der Fläche wird gefördert über ein Förderprogramm der KfW, wobei zunächst der Abriss des gesamten Bahnhofs inklusive der baukünstlerisch interessanten Formsteinwand vorgesehen war.
Dank der Initiative des Netzwerks Ostmodern wird die Formsteinwand nun aber doch in voller Länge an Ort und Stelle erhalten, um später in ein Freiraumkonzept integriert zu werden. Zurückgebaut werden die vorhandenen Blechdächer und angrenzende Flächenbefestigungen, sodass die Wand dann in ihrer gesamten Abwicklung frei steht und als Skulptur wirken kann. Außerdem werden, ebenfalls auf Anregen des Netzwerk Ostmodern, beim Rückbau der vier Straßenbeleuchtungsmasten die Leuchtenköpfe vorsichtig demontiert, um dann beim Netzwerk Ostmodern einen Archivplatz zu finden. Hoffentlich nur temporär: denn eine der historischen Bedeutung des Ortes angemessene Freiflächengestaltung ist bereits in Planung. (pk, 12.4.26)


Hoyerswerda, Busbahnhof Neustadt, Gestaltung: Vermutlich Wohnungsbaukombinat (WBK) Cottbus (Bild: Marco Dziallas, Netzwerk Ostmodern, 2026)
